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Feb 12
Mit der Kraft des Herzens gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Weltweit kämpfen heute zwischen 250‘000 und 300‘000 Kinder. Sie werden schon ab dem Alter von zehn Jahren rekrutiert. Ihnen ist der 12. Februar, der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, gewidmet.

Augen lügen nicht, heisst es. In den Augen von Kindern, die von Konflikten gebeutelt wurden, erkennt man eine immense Abgründigkeit. Fast verliert man sich in den Augen dieser Jugendlichen ohne Kindheit aus Afghanistan, dem Kongo, Ruanda, Kolumbien oder anderswoher. In ihren Augen liest man auch einen stummen Appell: Warum raubt man uns die Kindheit? Warum benutzt man unsere Kindheit, als wäre sie eine Waffe?

Die Waffe in den Händen der Kindersoldaten richtet sich gegen die Menschlichkeit. Ihr einziger Sinn ist, uns zu zerstören.

Gerade deshalb müssen wir die Blicke jener erwidern, die durch die Hölle gegangen und ihr mit unendlich viel Mut entkommen sind; die Blicke jener, die sich entschieden haben, selbst zu leben, statt andere zu töten.

Jeder und jede von uns sollte mit einem Lächeln der Solidarität in diese Augen blicken. Der Schweizer Jugend blieben Krieg und Gräueltaten seit Langem erspart. Das ist ein enormes Glück, ein Glück für das Leben, das es unbedingt für die kommenden Generationen zu bewahren gilt. Ein Glück, das wir teilen und auch andern ermöglichen sollten – für eine bessere Welt.

Ich danke allen, die ihr Handeln auf dieses Ideal ausrichten. Danke, dass Sie es mit der stärksten Kraft, der Kraft des Herzens tun.

Didier Burkhalter

Für weitere Informationen:

Dokumentarfilm «Loin des armes»

Feb 02
«Durch Lernen werden wir besser!»

​Mit ihrem Engagement in der internationalen Zusammenarbeit will die Schweiz die Armut auf der Welt reduzieren. Doch welche Massnahmen führen wirklich zu Verbesserungen der Lebensumstände? Peter Bieler, Chef der Sektion Evaluation und Controlling erklärt, wie die DEZA die Wirksamkeit ihrer Projekte misst.

Herr Bieler, was muss man sich unter Wirkungsmessung vorstellen?

Die Wirkungsmessung soll Auskunft geben, wie sich ein Zustand in oder für eine Bevölkerung durch das Engagement der DEZA verändert. Dafür werden zu Beginn eines Projekts eine Messbasis und ein zu erreichendes Ziel definiert. Nach Ende des Projekts oder einer Projektphase wird überprüft, inwiefern dieses Ziel erreicht wurde.

Welche Herausforderungen stellen sich dabei?

Die Schwierigkeit besteht darin, die Wirkung eines Projekts von den externen Faktoren, welche ebenfalls einen Einfluss auf die angestrebte Veränderung ausüben, zu trennen.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Die DEZA unterstützt seit mehreren Jahren das Projekt Agri-Fin Mobile. Dieses verschafft Bäuerinnen und Bauern via Mobiltechnologie den Zugang zu Beratungs- und Finanzdienstleistungen im Landwirtschaftsbereich. Nun geht man davon aus, dass die Landwirtinnen und Landwirte die Informationen so verwenden, dass sie einen stabileren oder sogar höheren Ertrag erwirtschaften. Der Zugang zu den Informationen kann dabei als Resultat der Intervention angesehen werden, ein verbesserter Ertrag als Wirkung des Programms. Natürlich könnte man das Wirkungsziel noch höher stecken und annehmen, dass ein gesteigerter Ertrag zu mehr Einkommen oder gar zu langfristiger verbesserter Nahrungssicherheit führt. Umso höher das Wirkungsziel, umso schwieriger die Wirkungsmessung, da immer mehr Faktoren, wie das Verhalten der Bevölkerung, ähnliche Projekte im gleichen Umfeld oder die Natur miteinbezogen werden müssen. So kann es sein, dass sich der Ertrag nach Lancierung des Projekts verbessert hat, es aber gleichzeitig auch mehr Niederschlag gab und sich die Ernte vielleicht dadurch verbesserte. Man sollte daher möglichst einfache Messindikatoren wählen, damit man auch wirklich glaubwürdige Aussagen über Erfolg und Misserfolg von Projekten machen kann.

Warum braucht es überhaupt Wirkungsmessung in der internationalen Zusammenarbeit?

Die Wirkungsmessung verfolgt zwei Ziele: Erstens gibt sie Auskunft darüber, ob die Massnahmen in einem Projekt zu den gewünschten Veränderungen und Resultaten führen. Hierbei dient die Wirkungsmessung als Instrument des Lernens. Wir machen jährlich über 100 Projektevaluationen mit externen Experten über unser ganzes Portfolio. Durch diesen Aussenblick erfahren wir viel über unsere eigene Arbeit und können durch das Gelernte in Zukunft bessere Projekte identifizieren. Eine Querschnittanalyse hat gezeigt, dass 80-85 Prozent der evaluierten Projekte der DEZA zufriedenstellend oder sehr gut sind. Bei den restlichen 15-20 Prozent konnte man dank Evaluationen korrigierend eingreifen, Aktivitäten oder Ziele neu definieren oder Projekte sogar frühzeitig abbrechen. Zweitens dient die Wirkungsmessung dazu, Rechenschaft über unsere Arbeit abzulegen. So schaffen wir Transparenz in der internationalen Zusammenarbeit und gegenüber dem Parlament sowie dem Steuerzahler.


Jan 19
Die Schweiz als Bühne für Diskussionen über die Zukunft der Welt

Der Besuch des chinesischen Staatspräsidenten hat die Schweiz während vier Tagen ins Scheinwerferlicht des Weltgeschehens gerückt. Dass Präsident Xi Jinping für seine erste Auslandsreise im Jahr 2017 unser Land auswählte, ist ein Beweis für die jahrzehntelange Freundschaft zwischen China und der Schweiz. Diese Freundschaft soll in etlichen Bereichen ausgebaut und vertieft werden, denn sie ermöglicht einen offenen Austausch zu Themen von gemeinsamem Interesse wie Freihandel, Energie, Bildung, Innovation oder Menschenrechte.

Mit seiner Reise in die Schweiz schlug der chinesische Staatspräsident gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. In Bern bekräftigte er die politischen Beziehungen zu einer Schweiz, welche die Chinesen wertschätzen und deren Erfolg sie bewundern. Im nur wenige hundert Kilometer entfernten Davos, das für eine Woche zum zentralen Diskussionsforum für Wirtschaft und Politik wurde, sprach sich der chinesische Präsident für eine offene Wirtschaft aus.

In Lausanne, der Welthauptstadt des Sports, besuchte der chinesische Staatspräsident das Internationale Olympische Komitee und erinnerte an die Bedeutung, die sein Land der Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 beimisst. Xi Jinping beendete seine Rundreise mit einem Besuch in Genf, dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen und zahlreicher UNO-Sonderorganisationen. Die einzelnen Stationen auf dieser Reise durch die Schweiz vermittelten dem Präsidenten, der sein Land kontinuierlich weiterbringen will, zahlreiche Denkanstösse und Anregungen.

Wie kann die Staatengemeinschaft Syrien und seinen Nachbarländern helfen, der schrecklichen Krise zu entkommen, die das Land zerstört hat? Wird die Wahl des US-Präsidenten Trump die Welt erschüttern? Wird Europa angesichts des Brexit und der drohenden Gleichgültigkeit der neuen amerikanischen Regierung – sei sie nun echt oder vorgetäuscht – geschwächt? Diese und viele andere Fragen stehen aktuell im Zentrum der Diskussionen – weltweit und namentlich in der Schweiz.

Die Schweiz will gemeinsam mit anderen auch in Zukunft eine Drehscheibe für Debatten über die wichtigen Themen unserer Zeit sein. Die Kräfteverhältnisse auf der Welt ändern sich nicht von heute auf morgen. Genauso wenig die Ungleichheiten. Das Wundermittel zur Lösung aller Probleme kennt niemand. Doch jeder kann seinen Teil zur Lösung beitragen, damit die Welt eine bessere wird. Aus der Diskussion über die Lösungen wird eine neue Welt entstehen.

Und was kann die Schweiz dazu beitragen? In Genf und Lausanne empfängt sie Konfliktparteien, die sich um eine Annäherung bemühen, zu Gesprächen. So beispielsweise vor Kurzem über die Zypernfrage. Die Schweiz zeigt sich mit dem Ausland solidarisch, insbesondere durch ihre Entwicklungszusammenarbeit, für die die Kredite letztes Jahr für die nächsten vier Jahre erneuert wurden. Sie arbeitet aktiv in multilateralen Gremien mit und fördert Instrumente, die Konflikte verhindern oder beenden helfen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit zwischen dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und der ETH Zürich beim ab diesem Jahr angebotenen Masterstudiengang in Mediation.

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No, this isn't actually my picture. I just haven't gotten around to updating this section. It's good to know that someone is reading every last word though. Thanks!