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Aug 19
#WorldHumanitarianDay «Als Frau war mein Zugang zu den Frauen und Kindern vor Ort oft einfacher als für männliche Kollegen»

Bei Themen wie sexuelle Gewalt oder Tabus wie der Menstruation haben Frauen oft einen leichteren Zugang zu anderen Frauen. Gleichzeitig stossen sie manchmal auf Widerstand männlicher Entscheidungsträger vor Ort. Das berichtet Noëmi Fivat, Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH).

«Bevor ich mich für das Berufsfeld Humanitäre Hilfe entschieden habe, wusste ich, dass in vielen Bereichen mehrheitlich Männer arbeiten. Dieser Umstand hat mich aber überhaupt nicht beschäftigt. Meine Motivation war in erster Linie von meinem Wunsch getrieben, einen Beitrag für Menschen in Krisengebieten zu leisten. Auch das Thema Gender stand für mich damals nicht im Fokus. Ich habe mich für Kinderrechtsfragen interessiert, zuerst während meines Studiums der Internationalen Beziehungen in Genf, Madrid und Berlin, dann im Beruf. In meinem ersten Projekt in Nordafrika war ich dann aber mit der Situation konfrontiert, dass es für eine junge Frau wie mich in einer Position mit viel Verantwortung nicht immer einfach ist, von allen Seiten für voll genommen zu werden. Diese Erfahrung hat mir die Thematik sicherlich bewusster gemacht.

Vorbereitung auf sexuelle Gewalt und Entführungen

Vor meinen Einsätzen wurde ich bis zu einem gewissen Grad auf die oftmals sehr schwierigen Kontexte vorbereitet. Ich hatte das Glück, neben dem SKH-Briefing vor meiner Mission für das UNHCR in Uganda einige Monate am UNHCR-Hauptsitz in Genf arbeiten zu können. Im Rahmen der Schulungen für Mitarbeitende wurden wir als Frauen insbesondere für Themen wie sexuelle Gewalt oder Entführungen sensibilisiert. Dabei ging es in erster Linie um Fragen der eigenen Sicherheit vor Ort.

Mit solch extremen Situationen wurde ich bisher nicht konfrontiert. In Uganda und Myanmar, wo ich zwischen 2014 und 2017 als Korpsangehörige des SKH für die UNO gearbeitet habe, habe ich aufgrund meines Geschlechts keine negativen Erfahrungen gemacht. Bei Kinderrechts- oder Frauenrechtsprogrammen gab es jedoch manchmal Widerstand seitens der meist männlichen Entscheidungsträger innerhalb der lokalen Gemeinschaften. Es war nicht immer einfach, diese Fragen anzusprechen und Projekte in diesem Bereich durchzuführen. Dank lokalem Engagement, der Einbindung aller Beteiligten sowie viel Zeit und Geduld gab es indes auch Projekte, die zu positiven Veränderungen führten.

Weniger Schulabbrüche dank Projekt für Mädchen

In Uganda habe ich als Child Protection Officer für das UNHCR gearbeitet. Im Rahmen dieses Einsatzes habe ich mit Flüchtlingskindern aus dem Südsudan, Kongo und aus Burundi über ihre Bedürfnisse, ihre Rechte, aber auch über Gewalt gesprochen und versucht, individuelle Lösungen zu finden. Das war emotional nicht immer einfach und es war wichtig, zu den Kindern eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Als Frau war mein Zugang zu den Frauen und Kindern vor Ort aber oft einfacher als für männliche Kollegen, gerade bei schwierigen Themen wie sexueller Gewalt.

Auch als ich auf freiwilliger Basis an einem Projekt zur Verteilung von wiederverwendbaren Monatsbinden für Schulmädchen im Norden Ugandas beteiligt war, war die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern im Team ziemlich klar. Es war schon so nicht einfach, in den entlegensten Dörfern über dieses Thema zu sprechen. Der Schlüssel zum Erfolg war die Unterstützung der lokalen Lehrerinnen, die sich am Projekt aktiv beteiligten. Mit dem Projekt haben wir erreicht, dass die Mädchen während der Menstruation nicht zuhause bleiben, sondern zur Schule gehen. Die Verteilung der Monatsbinden in den Schulen findet jährlich statt und die Tendenz zum Schulabbruch ist bei den Mädchen nun deutlich geringer.


«Bei der Verteilung von Monatsbinden für Schulmädchen war die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern ziemlich klar.»

Viele Frauen vor Ort, weniger aus dem Ausland

Vor Ort leisten viele starke Frauen aus der lokalen Bevölkerung wertvollen Einsatz; das hat mich immer sehr beeindruckt. Manche ernähren mit ihrem Gehalt mehrere Familien. Im Vergleich zur sehr sichtbaren Präsenz dieser Frauen ist der Anteil an Frauen aus dem Ausland vergleichsweise gering. Im Bereich Protection, in dem ich arbeite, gibt es aber wesentlich mehr Frauen als in anderen Bereichen.

Für den insgesamt geringen Anteil an Frauen in der humanitären Hilfe gibt es vermutlich mehrere Gründe. Die Umstände sind zweifellos schwierig, man hat lange Arbeitstage und muss flexibel und belastbar sein. Oft hat es auch mit der familiären Situation zu tun, dass Frauen nicht ins Ausland gehen. Wenn man einen Partner hat, der nicht bereit ist mitzuziehen oder dieser vor Ort keine Arbeit finden kann, werden Einsätze im Ausland schwierig. Ich kenne persönlich keine Frau, die ihre Kinder in der Heimat gelassen hat, um eine mehrjährige Mission zu machen, Männer jedoch schon.

2018 ist unsere Tochter auf die Welt gekommen. Als ich schwanger war, hätte ich die Möglichkeit gehabt, einen Einsatz in einem Krisengebiet zu machen. Die Aufgabe hätte mich sehr gereizt, ich habe aber dann im Interesse des Kindes davon abgesehen. Seitens SKH wurde mir viel Verständnis entgegengebracht. Zurzeit betreue ich für das SKH von der Zentrale in Bern aus Projekte im Mittleren Osten und in Nordafrika. Auch mit Familie kann ich mir aber sehr gut vorstellen, wieder im Feld zu arbeiten, auch für längere Zeit. Mit den Menschen vor Ort gemeinsam etwas aufzubauen, das nachhaltig ist, ist das, was mich an meiner Arbeit am meisten motiviert – insbesondere, wenn man die Früchte seines Schaffens auch Jahre danach noch sieht und den Kontakt halten kann.»

Aufgezeichnet von EDA-Interactive

Zur Person

Noëmi Fivat ist seit 2013 Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) und war unter anderem im Secondment für die UNO (UNHCR, UNICEF) in Uganda und Myanmar im Bereich Child Protection, sowie für OCHA in Genf als Humanitarian Affairs Officer im Einsatz. Aktuell arbeitet sie als Programmbeauftragte an der Zentrale in Bern in der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika.

#WorldHumanitarianDay

Der Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August macht jedes Jahr auf die Arbeit der vielen weltweit tätigen Helferinnen und Helfer in Katastrophen- und Krisengebieten aufmerksam. 2019 stehen die Frauen im Fokus.


Video zum Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH)

 
Aug 06
Wie sieht die Schweiz im Jahr 2028 aus?

Alenka Bonnard, Juristin und Geschäftsleiterin des Innovationslabors staatslabor, hat mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten ihre Gedanken und Meinungen zur Schweizer Aussenpolitik von morgen geteilt. Ein Erfahrungsbericht.

Die Welt verändert sich, die Schweiz definiert ihre Vision

Der Bericht zur Schweizer Aussenpolitik mit dem Titel «Die Schweiz in der Welt 2028» wurde Anfang Juli veröffentlicht. Er ist das Ergebnis monatelanger Arbeiten einer von Bundesrat Ignazio Cassis eingesetzten Arbeitsgruppe. Die neun Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und dem EDA identifizieren in ihrem Bericht die Herausforderungen, mit denen die Welt konfrontiert ist, beleuchten die Stärken der Schweiz und legen eine Vision für die Schweizer Aussenpolitik in zehn Jahren dar. (Vollständiger Bericht)

Alenka Bonnard ist Co-Founder und Geschäftsleiterin des staatslabors, das Verwaltungen dabei unterstützt, sich besser auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer Zeit einzustellen. Sie war externes Mitglied der Arbeitsgruppe «Aussenpolitische Vision Schweiz 2028» (AVIS2028). «Ich finde diesen Ansatz sehr mutig. Für mich war es eine grosse Ehre und eine einzigartige Gelegenheit, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen, bei dem auch die jüngere Generation die Möglichkeit erhielt, mitzudiskutieren und Ideen einzubringen» sagt die 35-Jährige.

Sie verliess regelmässig die Büroräumlichkeiten des staatslabors mit seinen Designmöbeln, Sofas, farbigen Sitzungszimmern, Kühlschränken und Ruheräumen, um an Diskussionen in konventionelleren Räumen der Bundesverwaltung teilzunehmen.

Die Arbeitsgruppe traf sich zu sechs ordentlichen und zwei fakultativen ausserordentlichen Sitzungen zu Themen wie das internationale Genf und künstliche Intelligenz. «Ich konnte keine Unterscheidung zwischen internen und externen Mitgliedern der Arbeitsgruppe feststellen. Der Austausch verlief kollaborativ, interdisziplinär und sehr respektvoll. Es herrschte grosses gegenseitiges Interesse an unterschiedlichen Sichtweisen», erzählt Alenka Bonnard.


«Ich denke, dass die Zukunft radikale Veränderungen bringt. Man kann nicht ohne Vision, ohne Weitsicht arbeiten.»

«Ich brachte die Thematik der Innovation in die Diskussion ein»

Die Juristin, die in der Schweiz und an europäischen Instituten studierte, ist keine Expertin für Aussenpolitik. In der Arbeitsgruppe war das aber auch nicht ihre Rolle. «Von mir wurde nicht erwartet, dass ich Expertin für internationale Beziehungen werde. Am Tisch sassen bereits die Besten der Schweiz in diesem Bereich. Von mir wurde vielmehr erwartet, dass ich meine Kenntnisse, meine Erfahrung, meine Fragen, meine Sichtweise einbringe.»

«Ich vertrete bisweilen eine radikalere und provokativere Meinung. Ich brachte die aus meiner Sicht wichtige Thematik der Innovation in der Verwaltung in die Diskussion ein. Es ist wichtig, dass sich unsere Verwaltung modernisiert. Als Westschweizerin habe ich auch die Bedeutung des internationalen Genf hervorgehoben. Die Aktivitäten Genfs müssen in der übrigen Schweiz besser bekannt gemacht werden; dieses internationale Ökosystem muss sich über Genf hinaus ausdehnen.

Ich fand auch den Stellenwert der neuen Technologien wesentlich. In der Zukunft sind sie nicht mehr bloss ein Detail, sondern ein neuer Lebensbereich», ergänzt Bonnard.

«Die Welt wird komplizierter. Die Schweiz muss zusammenarbeiten und ein Vorbild sein.»

Vor dem Hintergrund einer Welt voller geopolitischer Spannungen, eines unausweichlichen Klimawandels, einer immer stärkeren Digitalisierung und Globalisierung haben die neun Expertinnen und Experten eine Sechs-Punkte-Vision für die Schweiz im Jahr 2028 erarbeitet. (Sechs-Punkte-Vision, S.13

Für Alenka Bonnard ist es zwar unmöglich zu wissen, wie die Schweiz oder die Welt in zehn Jahren genau aussehen wird, doch sie träumt von einer offenen und vorbildlichen Schweiz. «Die Welt von morgen wird sich definitiv von jener der letzten zehn Jahre unterscheiden. Das haben wir im Bericht zum Ausdruck gebracht. Es wird schwierig werden. Die Schweiz muss natürlich ihren Werten treu bleiben. Aber sie muss auch ihre Funktionsweise modernisieren und mit dem Rest der Welt zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass die Schweiz bei Themen wie Klimawandel, Multilateralismus und neue Technologien ein Vorbild sein wird», betont sie mit Leidenschaft.

Und zum Schluss: «In ihrem Bericht zur Aussenpolitik hat die Arbeitsgruppe die Stärken und Vorzüge der Schweiz identifiziert. Sie hat aufgezeigt, was wir der Welt bieten und in welchen Bereichen wir beraten und unterstützen können. Es braucht eine Vision, um voranzukommen.»

Kurzvideo zur Aussenpolitischen Vision Schweiz 2028, EDA

 
Jul 23
Genf: Die Schnittstelle der Schweiz zur Welt

Wie viele andere Schweizer Städte ist auch Genf mit vielen Klischees behaftet. Doch die Calvin-Stadt kann nicht nur auf den Autosalon, Wohnungsnot und Luxusboutiquen reduziert werden. Vielmehr bringt das internationale Genf der kleinen Schweiz auf der internationalen Bühne zahlreiche Vorteile. Vom internationalen Genf profitiert die Schweiz nicht nur auf politischer Ebene, sondern vermittelt durch den Standort auch ihr positives Image in der Welt. Ganz zu schweigen vom wirtschaftlichen Nutzen für die Region: Internationale Organisationen geben schätzungsweise 6 Milliarden CHF aus, davon 3,2 Milliarden in der Schweiz.

Von der Meteo App über Zahnpasta bis zu Friedensverhandlungen

Seit 1863 hat sich Genf zu einem der wichtigsten Zentren der globalen Zusammenarbeit entwickelt. Der enge Austausch internationaler Organisationen, ständiger Missionen, NGOs und der Wissenschaft ist ein fruchtbarer Nährboden für die Lösung von Herausforderungen, die jede und jeden weltweit betreffen – von der Meteo App über Zahnpasta bis zu Friedensverhandlungen.


Die Genferseeregion beherbergt rund 40 internationale Organisationen, ca. 400 NGOs und die StändigenVertretungen von 179 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Dieser Apparat dient nur einem Ziel: Globale Probleme angehen und lösen. In Genf stehen diese Bereiche im Fokus:

  • Frieden, Sicherheit und Abrüstung

  • Humanitäres Völkerrecht, Menschenrechte und Migration

  • Gesundheit

  • Arbeit, Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Telekommunikation

  • Umwelt

Das internationale Genf ist Drehscheibe der multilateralen Diplomatie. Es wird auf globaler Ebene verhandelt, geforscht und es werden Entscheide gefällt.

Alt UNO-Generaldirektor Michael Møller © Keystone

​«Wenn Sie sich die Zähne putzen, wird die Menge an Chemikalien in Ihrer Zahnpasta durch die in Genf verabschiedeten Normen bestimmt».

Peter Maurer Präsident des IKRK © Keystone 

«Genf ist ein Dreh- und Angelpunkt, wo sich unendlich viele Beziehungen zwischen Staaten, NGOs, UN-Organisationen und Fachleuten für humanitäre Fragen knüpfen lassen. Neben den historischen Verbindungen zur Calvin-Stadt ist es dieses dicht gewobene Netz, das Genf zum geeigneten Sitz für das IKRK macht. Ein Netz, das allerdings ständig genährt und gepflegt werden will. Dazu braucht es Rahmenbedingungen, die Genf in der globalisierten und zunehmend konkurrierenden Welt, in der die humanitären Organisationen wirken, ganz klare Vorteile verschaffen.»

Genf spielt eine Schlüsselrolle in der aussenpolitischen Strategie der Schweiz. Ihre Ziele von Frieden, internationaler Sicherheit, der Entwicklung freundschaftlicher zwischenstaatlicher Beziehungen und der Förderung der Menschenrechte sind deckungsgleich mit denjenigen der UNO. Die Schweiz nutzt das vielfältige Potenzial des internationalen Genf, um ihre Ziele im multilateralen Umfeld der Stadt zu verwirklichen. Ihre Expertise, ihre Rolle als Gaststaat und ihre humanitäre Tradition sind dabei türöffnende Werkzeuge.

Genferseeregion profitiert mit 3,2 Milliarden CHF

Die Schweiz investiert 2019 112 Millionen CHF in das internationale Genf, um die Stadt als Zentrum der multilateralen Diplomatie zu stärken. Der Nutzen dieser Investition übersteigt die Kosten deutlich. Die finanziellen Vorteile betragen für die Genferseeregion jährlich rund 3,2 Milliarden CHF. Von dieser Summe profitiert die ganze Schweiz. Der Kanton Genf zahlte 2028 mit fast 300 Millionen CHF den dritthöchsten Betrag, neben Zürich und Zug, in den Nationalen Finanzausgleich ein.

Schweiz gestaltet Zukunft des internationalen Genf aktiv mit

Mit dem internationalen Genf hat sich die Schweiz in den letzten 100 Jahren weltweit als geschätzter Partner in der multilateralen Diplomatie etabliert. Millionen von Menschen profitieren von den unzähligen Entscheiden, welche die internationale Gemeinschaft in der Calvin-Stadt trifft. Die Dichte an Akteuren in Genf bedeutet die einmalige aussenpolitische Chance einer globalen Vernetzung, die der Schweiz die Möglichkeit gibt, das Weltgeschehen mitzugestalten. Mit den Trümpfen der Neutralität und ihrer Glaubwürdigkeit setzt sich die Schweiz ständig für eine erfolgsversprechende Positionierung von Genf in der Welt ein. Denn die globale Konkurrenz für Genf als Drehscheibe der multilateralen Diplomatie wächst.

Neben den Herausforderungen in der multilateralen Diplomatie oder der humanitären Hilfe bringt die technologische und wissenschaftliche Entwicklung neue Fragen auf das internationale Parkett. Wie geht die internationale Gemeinschaft mit den Konsequenzen von selbstfahrenden Autos, künstlicher Intelligenz oder der Digitalisierung um und wie werden diese reguliert? Diese Entwicklung greift auch die «Aussenpolitische Vision Schweiz 2018» auf. Genf könne sich von der Konkurrenz künftig abheben, indem es sich als führender Standort für innovative Gouvernanzformen etabliere, schreiben die Autoren des Berichts. Die Schweiz solle das Internationale Genf als führenden Standort der globalen Digitalisierungs- und Technologiedebatten positionieren.


Regelmässig reist Bundesrat Cassis zu bilateralen Gesprächen nach Genf. Hier mit UNO-Generalsekretär  Antonio Guterres. © EDA

«Diese neue Welt schafft Ängste, sie ändert das Verhalten der Menschen, sie beeinflusst die Arbeitsmärkte. Sie schafft auch unglaubliche Opportunitäten für die Menschheit. Welche ethischen Standards, welche Regulierungen sind hier nötig? Man muss die Wissenschaft verstehen und die Diplomatie kennen, um neue Wege einzuschlagen. Wo hätte man eine bessere Ausgangslage als in der Schweiz, insbesondere mit ihrer Genève internationale?»

Im Februar 2019 haben der Bund und der Kanton Genf mit Unterstützung der Stadt Genf die Stiftung «Geneva Science and Diplomacy Anticipator» (GSDA) gegründet, die Vertreter aus der Wissenschaft, der Diplomatie und der Privatwirtschaft an einen Tisch bringt. GSDA analysiert die Auswirkungen der technologischen Entwicklung auf die Gesellschaft und leistet einen Beitrag im Rahmen des internationalen Genf für die Lösung der neuen Problemstellungen des 21. Jahrhunderts.

Seit 1863 Gaststaat

Die Schweiz liegt mitten in Europa an den Hauptschlagadern des Verkehrs und schaut auf eine lange Tradition als Gaststaat internationaler Organisationen zurück. Die Gründung des IKRK im Jahr 1863 und die Unterzeichnung der ersten Genfer Konvention 1864 legten den Grundstein für das internationale Genf. Die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert machten die Forderung einer engen internationalen Zusammenarbeit deutlich. Der Völkerbund (1919) und die Vereinten Nationen (1945) wählten Genf als Standort aufgrund der Neutralität und der humanitären Tradition der Schweiz aus. Zahlreiche Organisationen, Institutionen und NGOs folgten diesem Vorbild. Weltgeschichte wurde in Genf geschrieben:

Internationale Organisationen in der Schweiz

1863

Internationales Komitee vom Roten Kreuz IKRK

1865

Internationaler Telegraphenverein, seit 1932 Internationale Fernmeldeunion ITU

​1874

​Allgemeiner Postverein, seit 1978 Weltpostverein WPV (Bern)

1893

​Zentralamt für den internationalen Eisenbahnverkehr, seit 1985 Zwischenstaatliche Organisation für den internationalen Eisenbahnverkehr OTIF (Bern)

​1919

​Völkerbund

1919

​Internationale Arbeitsorganisation IAO

1945

Organisation der Vereinten Nationen UNO

1948

Weltgesundheitsorganisation WHO

1951

​Weltorganisation für Meteorologie WMO

1954

Europäische Organisation für Kernforschung CERN

1970

Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO

1987

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ (Basel)

1995

Welthandelsorganisation WTO – ehemals GATT

1996

Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IFRC

2002

Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria GFATM

2009

Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung GAVI

2015

Global Community Engagement and Resilience Fund GCERF

2016

Sekretariat des Vertrags über den Waffenhandel ATT


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