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Jun 11
Hören Sie die Symphonie für Wasser und Frieden

Im internationalen Genf wurde eine Symphonie eigens zum Thema Wasser und Frieden komponiert. Die Partitur reist seither um die ganze Welt und sensibilisiert die Menschen insbesondere für das Thema «Wasser». Die jazzigen Klänge des 5. Satzes können auf EDA interaktiv angehört werden. Wasser und Frieden sind zentrale Themen der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz.

Die Töne einer Vielzahl von Saiten-, Blas- oder Schlaginstrumenten strömen wie ein Bach in der Symphonie für Wasser und Frieden. Mal ruhig, mal stürmisch, schnell oder pochend erklingt die Musik seit 2015. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Komponisten aus aller Welt und entwickelt sich im Lauf der Zeit.

Schweizer Fachwissen im Bereich Wasserdiplomatie

Die Initiative zur Symphonie kam vom globalen, hochrangigen Panel zu Wasser und Frieden. Zusammen mit 14 weiteren Ländern sponsert und unterstützt die Schweiz dieses Panel grosszügig. Der Geneva Water Hub ist das Sekretariat des Panels. Er wurde vom EDA und von der Universität Genf gegründet.

Die Schweiz verfügt dank der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) über ein solides Fachwissen im Bereich Wasser. Sie ist in zahlreichen Projekten zu diesem Thema engagiert. Ihre 2010 lancierte Initiative «Blue Peace» hat sich zu einer angesehenen internationalen Bewegung entwickelt. «Blue Peace» ist vom Gedanken inspiriert, dass eine grenzüberschreitende friedliche Zusammenarbeit bei der Ressource Wasser zu einem dauerhaften Frieden beitragen kann. Das Fachwissen der Schweiz im Bereich Wasserdiplomatie ist anerkannt. Die Schweiz bietet technische und strategische Lösungen für einen politischen Dialog in den betroffenen Regionen an.

Musik als universelle Sprache

«Wir wollten die Arbeit des Panels attraktiver machen und sie in die universelle Sprache der Musik übertragen. Die Symphonie für Wasser und Frieden hat fünf Sätze. Sie wurde schrittweise komponiert, jeweils abgestimmt auf die Sitzungen des Panels auf den verschiedenen Kontinenten», erläutert François Münger, Leiter des Geneva Water Hub, des Sekretariats des Panels.

Das globale hochrangige Panel zu Wasser und Frieden ist eine internationale Denk- und Dialogplattform, die sich auf das Thema Wasser und Frieden konzentriert. Es hat im September 2017 der UNO-Generalversammlung eine Reihe von Empfehlungen vorgelegt (Schlussbericht). Das Panel arbeitet nunmehr, zusammen mit internationalen Akteuren, an der Umsetzung der Empfehlungen.

«Die Idee einer Symphonie ist es, dass sie zwar aus verschiedenen Sätzen besteht, diese aber eine Gesamtheit bilden. Ebenso ist das Panel in verschiedenen Etappen zusammengetreten, um Empfehlungen zu erarbeiten, die uns heute als Grundlage für das weitere Handeln dienen», erzählt der Leiter stolz.

«Die Töne fügen sich, einer nach dem andern, zu Phrasen zusammen. Die Phrasen bilden Sätze, die von Bewegung, Fortschritt, Stolz und dynamischem Voranschreiten unserer Arbeit erzählen, von harmonischen Visionen, Diskussionen und der Schlusssynthese. Das kann man aus der Musik heraushören.»

PODCAST – 5. Satz «A Call for Action»

 


Wasser als Friedensinstrument

Umweltverschmutzung und Klimawandel führen zu einer Verknappung der Wasserressourcen, was wiederum immer zahlreichere grenzüberschreitende und intersektorielle Konflikte auslöst. Laut dem World Economic Forum gehören Krisen im Zusammenhang mit Wasser zu den grössten Konfliktrisiken weltweit (Bericht 2019).

«Wasser ist einzigartig, es gibt keinen Ersatz dafür. Es fliesst von einem Land ins andere und ist für alle Gesellschaftsschichten unverzichtbar. Es ist somit ein lebenswichtiges Bindeglied in und zwischen Gesellschaften. Es betrifft uns alle und ist für unser Überleben zentral. Zwischen Konflikten und Frieden fliesst immer Wasser. Das Panel hat sich dafür entschieden, an der positiven Vision von Wasser zu arbeiten», hebt François Münger noch hervor.

Wie Wasser verbindet auch die Musik. Die Idee der Symphonie für Wasser und Frieden ist es deshalb, ein mächtiges Symbol und eine Inspiration für die Bemühungen zu sein, Wasser zu einer Quelle der Zusammenarbeit und des Friedens zu machen.

«Die Symphonie kann ad infinitum interpretiert werden. Wir denken über die Komposition eines 6. Satzes nach. Vielleicht in Russland. Auch sind wir bereit, andere Kunstformen auszuprobieren, um unsere Sensibilisierungsarbeit fortzusetzen. Kunst ist ein wunderbares Mittel, um Botschaften möglichst breit zu streuen», schliesst der Leiter des Geneva Water Hub.


Symphonie für Wasser und Frieden 1., 2., 3. und 4. Satz

 



Jun 05
Gemeinsam sind wir stark

Öffentlich-private Partnerschaften haben in den letzten Jahren als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit an Bedeutung gewonnen. Staatliche Akteure und Unternehmen müssen ihre Kräfte bündeln, um die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen. Die Ausgabe 2/2019 des Magazins Eine Welt stellt Win-win-Projekte aus der Landwirtschaft, der Pharmaindustrie und der Berufsbildung vor.

Öffentlich-private Entwicklungspartnerschaften haben in den letzten Jahren im Rahmen der Agenda 2030 an Bedeutung gewonnen, denn ohne die Beteiligung der Privatwirtschaft können die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) nicht erreicht werden. Die öffentlichen Gelder reichen bei weitem nicht aus: Jährlich fehlen zur Umsetzung der SDG rund 2500 Milliarden US-Dollar! So vielfältig die gesteckten Ziele, so zahlreich sind auch die Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Es bietet sich ein enormes Potenzial. Die jüngste Ausgabe von Eine Welt illustriert das gemeinsame Engagement anhand konkreter Beispiele.

In Vietnam arbeitet die DEZA mit Nestlé zusammen, um Wasser einzusparen und die Umwelt zu schützen. Die beiden Akteure leisten einen gemeinsamen Beitrag zur Verbesserung der Bewässerung im Kaffeeanbau. Die Kaffeeproduktion verbraucht Unmengen an Wasser. Eine Wasserknappheit könnte längerfristig mehrere Millionen Menschen treffen. Die DEZA und der Nahrungsmittelmulti aus Vevey, der über 20 Prozent des vietnamesischen Robusta-Kaffees bezieht, zeigen Tausenden Kaffeebauern, wie sie ihren Wassereinsatz optimieren können, so dass genug für die anderen Verbraucher bleibt.

In Kambodscha leistet die DEZA einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Reisproduktion und zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauern, indem sie mit dem Schweizer Vermögensverwalter responsAbility zusammenspannt, der Unternehmen in Ländern des Südens materiell und logistisch unterstützt. Gefördert wird beispielsweise die 2011 von Saran Song gegründete Firma AMRU Rice. Der junge Unternehmer hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bio-Reis aufzukaufen, zu verarbeiten und zu exportieren. Dank höherer Margen kann Saran Song seine Produzenten besser bezahlen.

Allianzen retten Leben

Im Gesundheitsbereich unterstützt die DEZA öffentlich-private Plattformen, die den Zugang zu Medikamenten gegen vernachlässigte Krankheiten wie Malaria oder Hepatitis C verbessern. Die Pharmakonzerne investieren nur zögerlich in die Erforschung von Krankheiten, von denen Menschen mit geringer Kaufkraft betroffen sind. Um diesem Missstand zu begegnen, bündeln öffentliche, private, universitäre und philanthropische Akteure ihre Fähigkeiten und Ressourcen. So gelangte zum ersten Mal seit sechzig Jahren ein neues Medikament gegen eine besonders heimtückische Form von Malaria mit regelmässigen Rückfällen auf den Markt. Die einfach zu verabreichende Einzeldosis erhöht die Erfolgschancen der Behandlung.

In der Ukraine fördern die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und die Firma Geberit die Sanitärausbildung, um die berufliche Eingliederung junger Leute zu verbessern. Landesweit wurden sechs Berufsbildungszentren renoviert und neue Lehrpläne für eine marktgerechte und praxisnahe Ausbildung erstellt. In den vergangenen vier Jahren haben 260 Lernende ihre Ausbildung abgeschlossen. Die Ukrainer Behörden sind vom Ausbildungsmodell überzeugt und finanzieren dessen Umsetzung in weiteren 19 Ausbildungszentren. Mehr als 3500 Jugendliche sollen davon profitieren.

«Viermal jährlich eine Weltreise machen»

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«Eine Welt» – das Magazin der DEZA – Viermal im Jahr mit auf eine Weltreise der etwas anderen Art gehen. Regionen und Länder aus ungewohnten Perspektiven erleben, Hintergründe kennen lernen und Einblicke in die Probleme und Chancen einer engagierten Zusammenarbeit erhalten. Das Magazin informiert regelmässig über wichtige Entwicklungsthemen und nimmt zu aktuellen Fragen Stellung.

Online lesen

 

 

Mai 28
Olivier Rod, Schweizer Polizist im Einsatz in Mali

Vor rund zwei Jahren hat Olivier Rod seine Polizeiuniform gegen einen Blauhelm und eine kugelsichere Weste der UNO getauscht. Seither schützt er die Bevölkerung eines afrikanischen Staates, in dem die Sicherheitslage extrem angespannt ist: Mali.

Olivier Rod wurde vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) an die MINUSMA entsandt, die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali. Rund 8800 Soldaten und mehr als 1000 Polizisten aus über 40 Ländern sind für die MINUSMA im Einsatz, auch aus der Schweiz. Die Sicherheitslage in Mali ist ausserordentlich schwierig. Es kommt oft zu Attentaten oder Angriffen gegen die Bevölkerung oder die Behörden mit zahlreichen Opfern.

Die Schweiz entsendet jedes Jahr rund 200 zivile Expertinnen und Experten an internationale Organisationen, um den Frieden und die Menschenrechte zu fördern. Das politische Modell der Schweiz und die tief in ihrer Tradition und Rechtsordnung verwurzelten Werte rechtfertigen ihr Engagement. Besonders anerkannt sind der Föderalismus, die Neutralität und die Professionalität der Schweiz. Olivier Rod gehört seit Juni 2017 zum Expertenpool für zivile Friedensförderung. Er erzählt von seiner Arbeit im 3500 Kilometer entfernten Mali.

Video: Olivier Rod erklärt seine Aufgabe

 

Schildern Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Ich war in den letzten 37 Jahren für drei verschiedene Polizeikorps tätig. Dies ist mein erster Einsatz für die Schweiz und die UNO.

Seit dem 11. Juni 2017 bin ich in Mali stationiert. Schweizer Expertinnen und Experten übernehmen Einsätze von zwei bis drei Jahren. Begonnen habe ich meinen Einsatz in Bamako.

© Google Map

Seit eineinhalb Jahren bin ich nun in Mopti, im Zentrum Malis. Hier bin ich als Polizeiberater, Mentor und Streifenpolizist tätig.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

8 Uhr
Briefing zur Sicherheitslage im MINUSMA-Lager in Mopti. Das Briefing findet jeden Tag im Beisein aller UNO-Polizisten wie mir statt. Insgesamt sind wir jeweils 45 Personen.

9 Uhr
Briefing der MINUSMA mit einer Eskorte aus zehn Togoern der UNO-Polizeieinheit (Formed Police Unit, FPU). Die Angehörigen der FPU Togo sind militärisch ausgebildete Polizisten, die Patrouillen in Konfliktgebieten eskortieren.

Anschliessend
Aufbruch der Patrouille mit drei gepanzerten Fahrzeugen – zwei schwere, bewaffnete und ein leichtes. An Bord die Einsatzkräfte und zwei bewaffnete Experten zum Schutz. Der Einsatz im Feld erfolgt je nach dem von der Planung gewählten Zielort in einem Radius von 20 bis 200 Kilometern von der Basis entfernt.

Vor Ort
Treffen mit Vertretern der Regierungs- und Verwaltungsbehörden, der Polizei und des Militärs, mit denen wir zusammenarbeiten, oder mit Dorfchefs in den entlegensten Gebieten. Ziel unserer Mission vor Ort ist es, die Zivilbevölkerung im Rahmen unserer Möglichkeiten und Mittel sowie in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden zu schützen. Besprechung der humanitären Bedürfnisse. Informationsaustausch zur Sicherheitslage (Angriffe auf Dörfer oder Patrouillen der Partner, Hinweise auf potenzielle Risiken). Sicherheitspatrouille zu Fuss durch die Märkte. Begegnungen und Gespräche mit der Bevölkerung. Rückkehr zur Basis und Berichterstattung.

18 Uhr
Arbeitsschluss, ausser bei nächtlichen Patrouillen.

Ist die Arbeit als Polizist in Mali völlig anders als in der Schweiz?

Die Arbeit ist dieselbe: Wir stehen im Dienst der Bevölkerung und sind mit dieser in Kontakt. Nur das Risiko ist anders. In einem Land, in dem es etliche bewaffnete Gruppen gibt und Angriffe auf Behörden und die UNO zum Alltag gehören, ist die Bedrohungslage um einiges gefährlicher. Bevor wir jeweils aufbrechen, braucht es deshalb eine gute psychologische und strategische Vorbereitung.

Dazu kommt die interethnische Gewalt, die zahlreiche Opfer in der Zivilbevölkerung gefordert hat. Aus diesem Grund sind wir hier: um die Zivilbevölkerung im Rahmen unserer Möglichkeiten zu schützen.

3 Zahlen zu meiner Tätigkeit in Mali


Mehrere 100e Begegnungen in zahlreichen Dörfern

200
Patrouillenberichte      


7
Tage die Woche im Einsatz


Welches Wort verwenden Sie bei Ihrer Tätigkeit am häufigsten?

«Bonjour, ça va?»
Ein Malier, den Sie bereits begrüsst haben, grüsst Sie zehn Minuten später wieder, als wäre er Ihnen noch gar nicht begegnet. Die Malierinnen und Malier sind äusserst höflich und respektvoll.


Welches Treffen hat Sie besonders geprägt?


© Oliver Rod

Zu Beginn meines Einsatzes in Bamako begegnete ich nicht weit von meinem Wohnort diesem Mädchen. Es nahm jeden Morgen, ohne ein Wort zu sagen, meine Hand und begleitete mich zur Haltestelle, wo mich ein Shuttle zum UNO-Lager abholte.


Wie läuft die Mission ganz allgemein ab?

Die Arbeit der MINUSMA ist ausgesprochen komplex, wie jede integrierte Friedensmission. Sie konzentriert sich auf politische, humanitäre und sicherheitsrelevante Aspekte. Für jeden Bereich braucht es einen grossen Aufwand an Mitteln, Energie und Zeit.

Gibt es besondere Herausforderungen?

Bei einer solchen Mission in einem solchen Kontext ist jeder Tag eine Herausforderung.

Wie wird die Schweiz vor Ort wahrgenommen?

Der Ruf eines ordentlichen und disziplinierten Landes eilt uns voraus.


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About this blog
No, this isn't actually my picture. I just haven't gotten around to updating this section. It's good to know that someone is reading every last word though. Thanks!