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Nov 27
Sahel: grosse und komplexe Herausforderungen

Der Sahel erstreckt sich vom Senegal im Westen bis zum Sudan im Osten über neun afrikanische Länder. Er zählt zu den gefährdetsten Gegenden der Welt. Dürren, exponentielles Bevölkerungswachstum und eine akute Sicherheitskrise aufgrund terroristischer Gruppen stellen enorme Herausforderungen dar.

Um die Region bei der Bewältigung dieser vielschichtigen Herausforderungen zu unterstützen, arbeitet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gleichzeitig in drei Bereichen: humanitäre Hilfe, menschliche Sicherheit und Südzusammenarbeit.

Gewalt, Bevölkerungswachstum und anhaltende Trockenheit

Der Aufstand eines Teils der Tuareg-Bevölkerung im Norden Malis Ende 2011 und die anschliessende Absetzung von Präsident Amadou Toumani Touré haben die ganze Region erschüttert. Mehrere islamische Gruppen nutzten das Chaos für eine Besetzung des schwach besiedelten Nordens. Nach Angaben der britischen Organisation «Conflict Armament Research» profitierten sie vom Zerfall des libyschen Staates, aus dem angeblich ein Grossteil der Waffen stammte.

Danach breitete sich die Gewalt auch in Burkina Faso und im Grenzgebiet zu Niger aus. Der Tschad tritt gegenüber den Geberländern als Ordnungshüter der Region auf.

Abgesehen von diesen Gewaltausbrüchen erlebt die Gegend ein in der Menschheitsgeschichte beispielloses Bevölkerungswachstum. Die US-amerikanische NGO «Population Reference Bureau» geht davon aus, dass sich die Bevölkerung von derzeit 22,4 Millionen Menschen bis 2050 nahezu verdreifachen wird. Mit diesem rasanten Wachstum gehen beträchtliche Herausforderungen einher. Die Sahelländer müssen die für die zukünftigen Generationen nötigen Lebensgrundlagen schaffen. Bildung, Gesundheit und Beschäftigung sind zentrale Themen.

Eine weitere Herausforderung ist die Klimaerwärmung, die bereits deutlich spürbar ist. In einigen Regionen sind die Niederschläge so stark zurückgegangen, dass nichts mehr gesät werden kann, weil die Böden zu hart sind. Die kultivierbaren Flächen werden knapp, was zu steigenden Lebensmittelpreisen führt.

Frauen im Zentrum der Aktivitäten der Schweiz

Die drei EDA-Instrumente – humanitäre Hilfe, menschliche Sicherheit und Südzusammenarbeit – werden in den folgenden Bereichen gleichzeitig eingesetzt: wirtschaftliche und ländliche Entwicklung, Grundbildung und Berufsbildung, Gouvernanz und Frieden.

Für die DEZA ist ausserdem die Geschlechtergleichstellung ein zentrales Thema. Die Frauen spielen im Sahel eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung und der Friedensförderung. Die Schweiz unterstützt sie in ihren Bemühungen, ihre Einkommen zu verbessern und ihre Mitwirkung in Entscheidungsorganen zu stärken.
 
Gründe genug für die DEZA, die neuste Ausgabe ihres Magazins «Eine Welt» dem Thema «Sahel, Herausforderungen und Projekte» zu widmen.Vollständige Online-Version


Der Artikel wurde von der Journalistin und Redakteurin Zélie Schaller für EDA interaktiv geschrieben.

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