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Nov 07
Peking+25: 25 Jahre Einsatz für die Frauenrechte. Die Schweiz ist aktiv!

2020 jährt sich die Verabschiedung der Pekinger Aktionsplattform zum 25. Mal. Das Jubiläum bietet der Schweiz Gelegenheit, ihr Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen in Erinnerung zu rufen. Fünf Männer und Frauen berichten, was die Schweiz bisher unternommen hat.

1995 fand in der chinesischen Hauptstadt die Weltfrauenkonferenz statt. 189 Länder, darunter die Schweiz, verabschiedeten die Pekinger Erklärung und Aktionsplattform. Damit verpflichteten sie sich, in zentralen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Gewalt, Menschenrechte, Medien und Umwelt tätig zu werden.

Die Schweiz engagiert sich seit Langem für die Rechte der Frauen. Wir haben fünf Männer und Frauen, die in verschiedenen Funktionen im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) oder in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, gebeten, die Strategien und Massnahmen der Schweiz zur Förderung der Geschlechtergleichstellung zu erklären.

Innerhalb des EDA

Jeder kehre erst vor seiner eigenen Tür, besagt das Sprichwort. Das EDA ist sich sehr wohl bewusst, dass die Rechte der Frauen auch innerhalb des Departements gefördert werden müssen. Über 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im In- und Ausland für die Schweizer Aussenpolitik im Einsatz.

Markus Seiler leitet das Generalsekretariat des EDA. Er sagt: «Das EDA setzt konsequent seine «Politik Chancengleichheit 2010–2020» um. Ein Schwerpunkt ist dabei die Förderung von Frauen in Führungspositionen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Vereinbarkeit von Beruf und anderen Lebensbereichen. Schliesslich leben wir eine Arbeitskultur ohne sexuelle Belästigung und andere unangemessene Verhaltensweisen. Letzteres fordern wir auch von unseren Partnern ein, im Inland wie im Ausland.»


Priorität der Schweiz

Die Förderung der Frauenrechte ist eine Priorität der Schweiz. Das Büro für Gleichstellung von Mann und Frau EBG beschäftigt sich auf nationaler Ebene schwerpunktmässig mit den Themen Lohngleichheit, häusliche Gewalt, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das EDA wiederum hat alle aussenpolitischen Aktivitäten in diesem Bereich in seiner Strategie zu Geschlechtergleichstellung und Frauenrechten gebündelt.

Die Schweiz hat im letzten Jahr den 4. Nationalen Aktionsplan zur Resolution 1325 des Sicherheitsrats zu Frauen, Frieden, Sicherheit verabschiedet. Weiter bringt sie sich mit grossem Engagement in den relevanten multilateralen Prozessen ein. Neben dem Menschenrechtsrat und der UNO Generalversammlung übernimmt sie traditionsgemäss eine aktive Rolle in der Commission on the Status of Women (CSW).

Als Vorbereitung auf die 64. CSW fand letzte Woche das UNECE Regional Review Meeting Beijing+25 statt, in welchem die Schweiz ihre Prioritäten in die Diskussion eingebracht hatte und ich die Schweiz als Co-Chair der Konferenz vertreten durfte.


Zentrale Rolle Genfs

Valentin Zellweger ist Schweizer Botschafter bei der UNO und den internationalen Organisationen in Genf, einem der weltweit wichtigsten Zentren der internationalen Zusammenarbeit.

Botschafter Zellweger erklärt: «Die Genderfrage ist in Genf in allen Arbeitsbereichen präsent, von der Gesundheit bis zu den Menschenrechten, von der Entwicklung bis zu den Friedensverhandlungen, wo die Frauen eine immer wichtigere Rolle spielen. Alle diese Akteure sind in Genf auf einer Fläche von knapp 10 km2 vertreten.

Wir sind es gewohnt zusammenzuarbeiten. Die Genfer Initiative «International Gender Champions», für die ich mich aktiv einsetze, bringt beispielsweise die Entscheidungsträger zusammen, die konkrete Gleichstellungsmassnahmen getroffen haben. Dank dieser Initiative werden Gespräche, bei denen nur ein Geschlecht vertreten ist, nicht mehr geduldet.»


In New York: Frauen, Frieden und Sicherheit

Auch in New York ist die Frauenförderung ein Schwerpunkt der Schweizer Mission bei der UNO. Besonders erfolgreich ist die Schweiz bei der Umsetzung der Agenda «Frauen, Frieden und Sicherheit», die darauf abzielt, Frauen stärker in den Sicherheitssektor und die Friedensförderung einzubeziehen.

In der Rangliste des Georgetown Institute for Women, Peace and Security belegt die Schweiz 2019 nach Norwegen den zweiten Platz (von 167 Ländern). Angesichts der Tatsache, dass Staaten, die Frauen und Männern gleiche Rechte und Chancen einräumen, friedlicher und wohlhabender sind, ist dieses Resultat besonders erfreulich.

Am 29. Oktober 2019 bekräftigte die Schweiz anlässlich einer offenen Debatte im Sicherheitsrat in New York ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen zu teilen. Im Tschad beispielsweise unterstützt die Schweiz derzeit die Regierung bei der Erarbeitung des ersten nationalen Aktionsplans «Frauen, Frieden und Sicherheit».


In der Entwicklungszusammenarbeit

Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) entwickelt und unterstützt die Schweiz in ihren Partnerländern eine Vielzahl von Projekten zur Förderung der Frauenrechte und der Geschlechtergleichstellung.

Der Aspekt der Gleichstellung wird in der täglichen Arbeit der DEZA bereits bei der Kontextanalyse und der Ausgestaltung ihrer Projekte berücksichtigt. Deswegen sind in diesem Bereich nicht nur die genderspezifischen Projekte erfolgreich, sondern auch viele reguläre Projekte.

So zum Beispiel ein Projekt in Mali. In den meisten afrikanischen Staaten sind der Zugang und der Besitz von Land der Kern der Geschlechterungleichheit. Frauen haben keinen Erbanspruch auf das Land ihrer verstorbenen Männer. Die DEZA unterstützt in Mali eine der ersten Frauenorganisationen im Land, die sich für den Zugang von Frauen zu Land einsetzt – mit Erfolg!


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