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Aug 06
Wie sieht die Schweiz im Jahr 2028 aus?

Alenka Bonnard, Juristin und Geschäftsleiterin des Innovationslabors staatslabor, hat mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten ihre Gedanken und Meinungen zur Schweizer Aussenpolitik von morgen geteilt. Ein Erfahrungsbericht.

Die Welt verändert sich, die Schweiz definiert ihre Vision

Der Bericht zur Schweizer Aussenpolitik mit dem Titel «Die Schweiz in der Welt 2028» wurde Anfang Juli veröffentlicht. Er ist das Ergebnis monatelanger Arbeiten einer von Bundesrat Ignazio Cassis eingesetzten Arbeitsgruppe. Die neun Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und dem EDA identifizieren in ihrem Bericht die Herausforderungen, mit denen die Welt konfrontiert ist, beleuchten die Stärken der Schweiz und legen eine Vision für die Schweizer Aussenpolitik in zehn Jahren dar. (Vollständiger Bericht)

Alenka Bonnard ist Co-Founder und Geschäftsleiterin des staatslabors, das Verwaltungen dabei unterstützt, sich besser auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer Zeit einzustellen. Sie war externes Mitglied der Arbeitsgruppe «Aussenpolitische Vision Schweiz 2028» (AVIS2028). «Ich finde diesen Ansatz sehr mutig. Für mich war es eine grosse Ehre und eine einzigartige Gelegenheit, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen, bei dem auch die jüngere Generation die Möglichkeit erhielt, mitzudiskutieren und Ideen einzubringen» sagt die 35-Jährige.

Sie verliess regelmässig die Büroräumlichkeiten des staatslabors mit seinen Designmöbeln, Sofas, farbigen Sitzungszimmern, Kühlschränken und Ruheräumen, um an Diskussionen in konventionelleren Räumen der Bundesverwaltung teilzunehmen.

Die Arbeitsgruppe traf sich zu sechs ordentlichen und zwei fakultativen ausserordentlichen Sitzungen zu Themen wie das internationale Genf und künstliche Intelligenz. «Ich konnte keine Unterscheidung zwischen internen und externen Mitgliedern der Arbeitsgruppe feststellen. Der Austausch verlief kollaborativ, interdisziplinär und sehr respektvoll. Es herrschte grosses gegenseitiges Interesse an unterschiedlichen Sichtweisen», erzählt Alenka Bonnard.


«Ich denke, dass die Zukunft radikale Veränderungen bringt. Man kann nicht ohne Vision, ohne Weitsicht arbeiten.»

«Ich brachte die Thematik der Innovation in die Diskussion ein»

Die Juristin, die in der Schweiz und an europäischen Instituten studierte, ist keine Expertin für Aussenpolitik. In der Arbeitsgruppe war das aber auch nicht ihre Rolle. «Von mir wurde nicht erwartet, dass ich Expertin für internationale Beziehungen werde. Am Tisch sassen bereits die Besten der Schweiz in diesem Bereich. Von mir wurde vielmehr erwartet, dass ich meine Kenntnisse, meine Erfahrung, meine Fragen, meine Sichtweise einbringe.»

«Ich vertrete bisweilen eine radikalere und provokativere Meinung. Ich brachte die aus meiner Sicht wichtige Thematik der Innovation in der Verwaltung in die Diskussion ein. Es ist wichtig, dass sich unsere Verwaltung modernisiert. Als Westschweizerin habe ich auch die Bedeutung des internationalen Genf hervorgehoben. Die Aktivitäten Genfs müssen in der übrigen Schweiz besser bekannt gemacht werden; dieses internationale Ökosystem muss sich über Genf hinaus ausdehnen.

Ich fand auch den Stellenwert der neuen Technologien wesentlich. In der Zukunft sind sie nicht mehr bloss ein Detail, sondern ein neuer Lebensbereich», ergänzt Bonnard.

«Die Welt wird komplizierter. Die Schweiz muss zusammenarbeiten und ein Vorbild sein.»

Vor dem Hintergrund einer Welt voller geopolitischer Spannungen, eines unausweichlichen Klimawandels, einer immer stärkeren Digitalisierung und Globalisierung haben die neun Expertinnen und Experten eine Sechs-Punkte-Vision für die Schweiz im Jahr 2028 erarbeitet. (Sechs-Punkte-Vision, S.13

Für Alenka Bonnard ist es zwar unmöglich zu wissen, wie die Schweiz oder die Welt in zehn Jahren genau aussehen wird, doch sie träumt von einer offenen und vorbildlichen Schweiz. «Die Welt von morgen wird sich definitiv von jener der letzten zehn Jahre unterscheiden. Das haben wir im Bericht zum Ausdruck gebracht. Es wird schwierig werden. Die Schweiz muss natürlich ihren Werten treu bleiben. Aber sie muss auch ihre Funktionsweise modernisieren und mit dem Rest der Welt zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass die Schweiz bei Themen wie Klimawandel, Multilateralismus und neue Technologien ein Vorbild sein wird», betont sie mit Leidenschaft.

Und zum Schluss: «In ihrem Bericht zur Aussenpolitik hat die Arbeitsgruppe die Stärken und Vorzüge der Schweiz identifiziert. Sie hat aufgezeigt, was wir der Welt bieten und in welchen Bereichen wir beraten und unterstützen können. Es braucht eine Vision, um voranzukommen.»

Kurzvideo zur Aussenpolitischen Vision Schweiz 2028, EDA

 

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