Sign In
Jul 09
Engagierte, innovative junge Köpfe und 92 Projekte für eine nachhaltige Entwicklung

92 Projekte, jede Menge innovative Ideen und ein beeindrucktes Fachpublikum. Die Bilanz des Jugendwettbewerbs «Together we’re better» von DEZA und SECO liest sich überaus positiv. Er hat dem Engagement junger Menschen für eine nachhaltige Entwicklung Sichtbarkeit verliehen und sie zusammengeführt. Die DEZA selbst will in Zukunft den Dialog mit ihnen verstärken.

«80% der Menschen, die auf eine Beinprothese angewiesen sind, können sich eine High-Tech-Lösung nicht leisten», sagt Simon Oschwald, Gewinner in der Kategorie «Start-up». Insbesondere in Entwicklungsländern sei der Zugang zu guten Prothesen ein grosses Problem und schränke den Alltag der Betroffenen stark ein. Oschwald und Fabian Engel haben deshalb ein Prothesensystem entwickelt, das auf die Bedürfnisse von Amputierten in Entwicklungsländern zugeschnitten ist – einfach in der Produktion, zweckmässig und erschwinglich.

Ihr Projekt Circleg greift zudem eine Umweltproblematik auf: die Verschmutzung durch Plastikabfälle. Für die Herstellung soll daher lokal recycelter Kunststoffabfall verwendet werden, die Prothesenteile selbst wiederverwendbar sein. Was als Projekt von zwei Studenten an der Zürcher Hochschule der Künste begann, soll in Zukunft das Leben vieler Menschen weltweit verbessern, so die Vision der Initianten.

 


Innovativ, nachhaltig, sozial

Circleg ist nur eines von 92 Projekten, die im Rahmen des Jugendwettbewerbs «Together we’re better» eingereicht wurden. Die Jury hatte über eine eindrückliche Palette von Projekten zu entscheiden: Ideen zu Themen wie Landwirtschaft, Umwelt, Wasser, Schaffung von Arbeitsplätzen und Gesundheit, aber auch Projekte zugunsten von Strassenkindern, Waisenhäusern sowie Schulen in Slums. Thomas Gass, Chef Bereich Südzusammenarbeit der DEZA, zeigte sich ob der stolzen Zahl an Projekten beeindruckt und meinte: «Hier herrscht eine Kreativität und Energie, die mich begeistert».

Foto Thomas Gass.JPG

«Toll, 92 Projekte wurden eingereicht. Nicht alle sind gleich weit entwickelt, aber hier herrscht eine Kreativität und Energie, die mich begeistert».

Thomas Gass, Chef Bereich Südzusammenarbeit DEZA

Die Jury begeistert hat auch das Projekt Oxara von Gnanli Landrou. Landrou ist in Togo aufgewachsen und hat an der ETH Zürich doktoriert. Er entwickelte eine Lösung dafür, wie in Ruanda aus lokal verfügbaren Deponieabfällen eine umweltfreundlichere Art von Beton hergestellt werden kann. Für sein Projekt erhielt er den Preis in der Kategorie «Think globally, act locally».

 


Austauschen, vernetzen, Probleme lösen

DEZA-Direktor Manuel Sager war ebenfalls beeindruckt vom Engagement und den Ideen der Teilnehmenden. Die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen, welche die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit heute beschäftigten, seien «Generationenprojekte». Umso wichtiger sei der Einbezug von jungen Menschen in diesen Fragen. So diente für DEZA und SECO der Austausch mit den Teilnehmenden im Rahmen von «Together we’re better» als wertvolle Quelle für Inspiration, Impulse und neue Ideen.

Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bot man mit dem Wettbewerb – über die Auszeichnung hinaus – eine Plattform, um sich untereinander zu vernetzen. Ein Teilnehmer pflichtete diesem Gedanken bei und meinte: «Für mich steht weniger der Wettbewerb im Vordergrund als die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam weiterentwickeln zu können». Sagers Fazit fällt überaus positiv aus: «Es ist gut zu wissen, dass sich eine junge Generation den Herausforderungen unserer Zeit stellt und bereit ist, Probleme zu lösen, die sie selber nicht verursacht hat». «Together we’re better» war für die DEZA im verstärkten Dialog mit den jungen Menschen in der Schweiz erst der – gelungene – Auftakt.

_________________________

Impressionen von der Preisverleihung

© DEZA

«Together we’re better» in Kürze

Am Wettbewerb «Together we’re better» konnten Jugendliche und junge Erwachsene in der Schweiz zwischen 16 und 35 Jahren teilnehmen. In fünf Kategorien verlieh die Jury Preise zwischen 4’000 und 10’000 Franken. Die Jury bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der DEZA, des SECO, von NGOs sowie ausgewählten Jugendlichen. Link zu den Siegerprojekten.

Podcast: Teilnehmende des Wettbewerbs über ihre Motivation

 

Podcast: Teilnehmende über die Bedeutung des Wettbewerbs

 


Comments

There are no comments for this post.