Sign In
Jun 25
6 Anekdoten zum Multilateralismus der Schweiz

Die Schweiz wird auf dem internationalen Parkett geschätzt. Ihr Engagement für den Multilateralismus ist das Ergebnis langjähriger Arbeit mit diplomatischen Treffen, Freundschaften, Verhandlungen, Mediationen und dem Mitwirken als Gast oder Mitglied in internationalen Organisationen. Die Arbeit, das Fachwissen und die Neutralität der Schweiz sind sehr gefragt.

Die Schweiz ist seit 2002 Mitglied der UNO. Als einziges Land der Welt ist sie der Organisation nach einer Volksabstimmung beigetreten. Bereits der Völkerbund, die Vorgängerorganisation der UNO, wählte als Standort Genf, wo sich heute der zweitgrösste Sitz der UNO befindet. Die Schweiz identifiziert sich mit den Werten der UNO: Friede und Wohlstand, Einsatz für die Menschenrechte und Konsenskultur.

Anlässlich des 100. Jubiläums des Multilateralismus im Jahr 2019 haben wir die Schweizer Missionen bei der UNO in Genf und in New York gebeten, uns einige Anekdoten zu erzählen. Wussten Sie zum Beispiel, dass im Park des Palais des Nations in Genf seit über 80 Jahren Pfaue frei leben? Oder dass sich UNO-Diplomaten in New York regelmässig zu einer morgendlichen Joggingrunde im Central Park treffen?

_________________________

​Kofi Annan, ein Freund der Schweiz

koffi_annan_ONU.jpg

Die Schweiz konnte stets auf wertvolle Unterstützung beim Aufbau ihres multilateralen Engagements zählen. Ein Beispiel dafür ist der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Der «Ghanaer von Genf», wie er häufig genannt wurde, war der Schweiz eng verbunden und setzte sich auch für ihren UNO-Betritt ein.

2001 veranschaulichte er die Bedeutung des internationalen Genf, als er sagte, dass die Schweiz deswegen auf dem internationalen Parkett in einer höheren Gewichtsklasse boxe. Mit anderen Worten: Dank ihrer Rolle als Gaststaat für internationale Organisationen kann sich die Schweiz in der UNO Gehör und Respekt verschaffen.

_________________________

​​Ein Saal für den Beitritt

cadeau_raum_UN_newyork.jpg

Die Schweiz ist Gaststaat, seit sich der Völkerbund 1920 in Genf niedergelassen hat. UNO-Mitglied ist sie seit 2002. Als Willkommensgeschenk offerierte sie der Organisation die Renovation eines Gebäudekomplexes am Hauptsitz in New York.

Dieser trägt den Namen GA-200 und umfasst acht Säle und Büros. Da dies der Ort ist, durch welchen alle hochrangigen Sprecherinnen und Sprecher vor ihrem Auftritt vor der Generalversammlung gehen, hat GA-200 einen hohen symbolischen Wert. Der Komplex dient auch als Empfangsort für internationale Treffen des Generalsekretärs mit Staatschefs. An der Wand steht in den sechs offiziellen UNO-Sprachen das Wort «Frieden», über den ganzen Hauptraum verteilt und jeweils in Höhe von 2,5cm, in Diamant, Gold, Weissgold, Tantal (ein seltenes Metall) und Holz. Dies soll den hohen Vertreterinnen und Vertretern die Bedeutung und auch den Preis für Frieden in Erinnerung rufen.

_________________________

​Bienenstöcke und Honig als diplomatisches Geschenk

ruches.jpg

Im September 2012 schenkte die Schweizer Diplomatie der UNO zur Feier des 10. Jahrestags ihrer Mitgliedschaft zehn Bienenstöcke. Diese wurden im Ariana-Park in Genf aufgestellt. Sie beherbergen zehntausende von Bienen, die einen köstlichen biologischen Honig produzieren.

Die rot-weissen Bienenkästen tragen alle einen Namen, der für die Werte der UNO steht, wie «Friede», «Abrüstung» oder «Menschenrechte». Die UNO und die Schweiz teilen sich die Ernte und überreichen den Honig besonderen Gästen als Geschenk.

_________________________

Jogging im Central Park

PRRunner.jpg

In einer internationalen Organisation mit 193 Mitgliedsstaaten ist die Suche nach einem Dialog eine ständige Herausforderung! Sport kann den informellen Austausch fördern. Am Sitz in New York tauschen die Ständigen Vertreter (wie die Botschafter im multilateralen System heissen)und Diplomaten verschiedenster Länder ab und zu ihre Berufskleidung gegen ein weniger konventionelles Tenue, mit dem sie eine Joggingrunde drehen und informelle, konstruktive Gespräche führen.

Die «PRunners» – eine Wortverbindung aus Permanent Representatives (Ständige Vertreter) und Runners (Läufer) – treffen sich im Morgengrauen zu einer Joggingrunde auf den Wegen des Central Park. Als sportliche Nation mit starker Basisdemokratie und direktem Dialog beteiligt sich die Schweiz natürlich regelmässig an diesen Laufevents. Diese wecken eine gewisse Neugier, selbst bei der prestigeträchtigen New York Times, die dem Thema #PRunners auf Twitter einen langen Artikel gewidmet hat.

______________________

Restauration des Himmelsglobus

sphere_celeste_ONU_Geneve.jpg

Der 1939 errichtete Himmelsglobus auf dem Gelände des Palais des Nations erhält eine Verjüngungskur. Dank einer grosszügigen privaten Spende wird die Skulptur restauriert. Dies beinhaltet die Sanierung des Drehmechanismus der Skulptur, des Wasserspiegels und der Beleuchtung sowie die Neugestaltung des Standorts.

Der Himmelsglobus gilt seit Langem als Symbol für die internationale Zusammenarbeit und das Streben nach dem Weltfrieden. Heute gehört er zu den bekanntesten Emblemen der Vereinten Nationen und des Internationalen Genf. Die Einweihung wird im Rahmen der Feierlichkeiten zur Gründung des Völkerbunds vor 100 Jahren (1919–1920) erfolgen.

______________________

Die Tradition der Pfaue im Palais des Nations

UNpavoni.jpg

Genf beherbergt bekanntlich den zweitgrössten Sitz der UNO nach New York. Weniger bekannt ist, dass sich im umliegenden Park wunderschöne Pfaue frei bewegen. Bereits vor dem Bau des Palais des Nations 1936 gab es dort solche Tiere. Sie gehörten einer wohlhabenden Genfer Familie, die das Grundstück der Stadt Genf unter der Bedingung vermachte, dass die Pfaue bleiben dürfen

Anfänglich umfasste der Bestand rund 15 Pfaue, heute sind es vier: drei Männchen und ein Weibchen. Sie werden von den Gärtnern der UNO gehegt und gepflegt und vom diplomatischen Personal bestaunt. Einige davon erhielt die Schweiz als diplomatische Geschenke. Die indische Premierministerin Indira Gandhi offerierte 1981 zwei Exemplare und die Ständige Mission von Japan im Jahr 1997 fünf.


Comments

There are no comments for this post.