Sign In
Mai 17
Erneuerbare Energiequellen für die neue Botschaft in Seoul

​Am 17.05.2019 wird die neue Schweizer Botschaft in Seoul, Südkorea, eingeweiht. Das alte Gebäude wurde 2014 abgerissen. Das neue Botschaftsgebäude bietet nun die Chance, nachhaltiges Arbeiten zu optimieren. Energie soll fortan aus Sonne und Geothermie produziert werden.

Bei der Planung sowie der Umsetzung des neuen Botschaftsgebäudes in Südkorea stand stets die Nachhaltigkeit im Vordergrund. So wurde bei den Bauarbeiten darauf geachtet, die Menge der gebrauchten Materialien sowie die Transportwege möglichst gering zu halten. Zudem konnte durch die ganzheitliche Planung und die Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten der Energiebedarf von Heizung, Lüftung und Klimaanlage massgeblich reduziert werden.

Sonne und Erde als Energiequelle

Die Botschaft nutzt alle vorhandenen erneuerbaren Energiequellen optimal aus: Für die Stromproduktion ist die hauseigene Fotovoltaikanlage zuständig und thermische Solaranlagen produzieren das benötigte Warmwasser. Doch nicht nur die Wärme der Sonne wird als Energiequelle verwendet, auch geothermische Energie wird aktiv genutzt. Dies geschieht mittels Erdwärmesonden. Mit diesen Sonden wird dem Untergrund Bodenwärme entzogen und an die Wärmepumpen weitergegeben. Mit der Nutzung dieser Geothermie wird zusätzliche, erneuerbare Energie produziert und aktiv genutzt.

75% des Energiebedarfs deckt die Botschaft selber

Mit der Solaranlage und der Wärmepumpe kann die Botschaft rund 75% ihres gesamten Energiebedarfs decken. Auf den ersten Blick scheinen Investitionen in erneuerbare Energien in Südkorea wenig opportun, da die Strompreise derzeit tief sind. Fachleute rechnen in den nächsten Jahren aber mit einem Anstieg der Preise. Damit würden sich die Investitionen rasch auszahlen. Diese umfassenden Massnahmen lohnen sich also nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit, sondern auch finanziell.

Das neue Botschaftsgebäude in Seoul nutzt Solarenergie und Geothermie. Zudem wird die Gartenanlage ausschliesslich mit Regenwasser bewässert. © BBL

Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen

Um Wasser zu sparen, wird für die Bewässerung der Gartenanlage und die Reinigung der Gebäude ausschliesslich Regenwasser genutzt. Bereits bei der Auswahl der Baustoffe für das neue Gebäude wurde sehr auf recycelte Materialien geachtet: So besteht ein grosser Teil der Fassade aus Beton und Holz, beides Materialien, die wiederverwendbar sind.

Die Überlegungen zu mehr Nachhaltigkeit umfassen auch die Mobilität der Mitarbeitenden. Der Standort der neuen Botschaft wurde bewusst so gewählt, dass sich zwei Metrostationen in unmittelbarer Nähe befinden. Das erlaubt den Mitarbeitenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Zusätzlich verfügt die Botschaft über ein Hybridauto als Dienstfahrzeug.

Ein weiteres Merkmal des neuen Botschaftsgebäudes ist eine Zentralisierung aller Dienstleistungen. Das bedeutet, dass verschiedene Funktionen der Botschaft im gleichen Gebäude untergebracht sind, was zu einer Verringerung der Dienstwege führt. Dazu gehört auch das sogenannte Multi-Raum Konzept. Dieses erlaubt in Zukunft ein platzsparendes, verdichtetes Arbeiten.

Minergie und Gesundheit

Das neue Gebäude erreicht dank all seinen Massnahmen Minergie-ECO-Werte. Dabei werden die bekannten Minergie-Baustandards mit den Themen Gesundheit und Bauökologie ergänzt. Die gesundheitlichen Aspekte berücksichtigen Themen wie Tageslicht, Schallschutz oder Innenraumklima, die bauökologischen Aspekte Themen wie graue Energie oder nachhaltiges Gebäudekonzept.


Nachhaltige Botschaften in allen Ecken der Welt
Im Juni 2019 publiziert das EDA das Online-Dossier «Nachhaltige Schweizer Botschaften».

Comments

There are no comments for this post.