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Feb 19
Die Schweiz zum besten Land der Welt gekürt

​Gemäss einem neuen US-amerikanischen Ranking ist die Schweiz das beste Land der Welt. Wirtschaft, Investitionen und Innovationskraft sind ausschlaggebend für die guten Noten. Für economiesuisse ist das Resultat keine Überraschung.

Das US-amerikanische Medienunternehmen US News & World Report und die Universität Pennsylvania haben im Januar 2019 achtzig Länder unter die Lupe genommen (Best Countries Report 2019). Dabei wurde die Schweiz zum dritten Mal in Folge zum «besten Land der Welt» gekürt. Das Ranking beruht auf einer Reihe von Faktoren, etwa Lebensqualität, Bildungsgrad der Bevölkerung, technologischer Fortschritt, Geschäftsumfeld, Unternehmertum.

Besonders gut schneidet die Schweiz bei der Wirtschaftskraft ab, wo sie den zweiten Rang hinter Luxemburg belegt. In Bezug auf Unternehmertum und Innovation liegt die Schweiz hinter Japan, Deutschland und den USA auf dem vierten Platz.

Cristina Gaggini ©economiesuisse
Drei Fragen an …

Westschweizer Direktorin von economiesuisse


Was sagen Sie zu den Wirtschaftsresultaten dieses Rankings?


ie Ergebnisse überraschen mich nicht wirklich. Der Wirtschaftsstandort Schweiz ist dynamisch und innovativ. Die Wirtschaft kommt im internationalen Vergleich sehr leicht an Kapital. Unsere liberale Wirtschaftspolitik und unsere Politik der Weltoffenheit haben sich bewährt. Sie fördern die Wirtschaft und gewährleisten gleichzeitig das notwendige soziale Netz und die Sozialpartnerschaft. Investoren und Handelspartner schätzen auch die rigorose Ausgabendisziplin des Bundes, die auf die vom Volk genehmigte Schuldenbremse zurückzuführen ist, sowie die politische und soziale Stabilität der Schweiz. Der Zugang zu gut ausgebildeten, weitherum als zuverlässig bekannten schweizerischen und ausländischen Arbeitskräften ist ein weiterer Schlüsselfaktor im globalen «Kampf um Talente».

Welchen Einfluss hat ein solches Ranking auf den Erfolg von Schweizer Unternehmen im Ausland?


Wahrnehmungen sind ebenso wichtig wie Fakten. Das Ranking bestätigt – wie auch schon frühere Umfragen – das internationale Ansehen unseres Wirtschaftsstandorts, trägt zu einem guten Geschäftsgang bei, fördert ausländische Investitionen in der Schweiz und bewirkt, dass unsere Firmen und Behörden auf der ganzen Welt einen guten Ruf haben.

Die Stärken der Schweiz in einer globalisierten Wirtschaft werden anerkannt. Wird es uns gelingen, unseren guten Ruf langfristig aufrechtzuerhalten?


Nichts ist auf ewig gesichert. Wir müssen wachsam bleiben, und zwar aus verschiedenen Gründen. Die Konkurrenzstandorte unternehmen erhebliche Anstrengungen. Wir sind zwar agil im Vergleich zu grossen Staaten, sollten uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen.  

Die Digitalisierung wird zu einer erheblich stärker vernetzten Weltwirtschaft führen. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben noch nicht erkannt, was auf dem Spiel steht. Sie müssen weiterhin sensibilisiert und begleitet werden.

Die vielen isolationistischen Volksinitiativen werden langfristig Auswirkungen ausserhalb unseres Landes haben. Das macht uns Sorgen, auf die wir lieber verzichten würden. Ich meine hier vor allem die vergangenen und bevorstehenden Abstimmungen zur Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte, aber auch die Volksinitiative vom November 2018, die das dichte Geflecht von Wirtschaftsabkommen mit Staaten in der ganzen Welt und auch den Ruf der Schweiz als zuverlässige Partnerin gefährdet hätte.

Wir müssen unbedingt den bilateralen Weg mit unserer wichtigsten Partnerin, der Europäischen Union, konsolidieren. Dies ist nicht nur im Interesse der Wirtschaft und damit wichtig für den Wohlstand der ganzen Schweiz, sondern kommt auch der Bildung und Forschung zugute, von denen unsere Innovationskraft abhängt. Schliesslich muss sich die Schweiz weiterhin auf bilateraler und multilateraler Ebene gegen den erstarkten Protektionismus einsetzen, insbesondere indem sie neue Abkommen mit Ländern mit grossem Potenzial abschliesst.

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