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Nov 06
| FDFA People #Episode2 | Hansjörg Meier wacht von New York aus über 25'000 Schweizerinnen und Schweizer

​Sein Büro befindet sich im 30. Stock eines Wolkenkratzers im Herzen von Manhattan, einem der wichtigsten Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentren der Welt. In diesem berühmten Viertel der grössten Stadt der USA hat die Schweiz Büros für ihr Generalkonsulat und die UNO-Mission bezogen. Seit mehr als drei Jahren ist der Bündner Hansjörg Meier hier als Betriebsleiter tätig. Er ist verantwortlich für die konsularischen Dienstleistungen für 30 Prozent der Auslandschweizergemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Ausserdem überwacht er den Betrieb der verschiedenen internen Dienste der New Yorker Vertretungen. Er erzählt von seiner Arbeit 6200 Kilometer von Bundesbern entfernt.

Video: Hansjörg Meier gibt Einblicke in seinen Job

 


Welche Funktionen haben das Generalkonsulat und die Ständige Mission der Schweiz in New York?

Das Generalkonsulat in New York hat die Aufgabe, die Schweiz und ihre wirtschaftlichen, kulturellen und diplomatischen Interessen zu fördern. Ausserdem erbringt das Generalkonsulat in New York konsularische Dienstleistungen für die rund 25'000 Schweizerinnen und Schweizer und für die liechtensteinischen Staatsangehörigen, die in unserem Konsularbezirk leben. Wir decken ein riesiges Gebiet ab, das 18 amerikanische Bundesstaaten auf dem Festland und auf Inseln (Liste) umfasst.

Unsere Tätigkeit beinhaltet eine breite Palette von Dienstleistungen in den Bereichen Zivilstandswesen, Ausweispapiere sowie bürgerliche und politische Rechte (Stimmrecht). Das Konsulat ist zudem Anlaufstelle in Fragen des Sozial- und Konsularschutzes und zuständig für die Unterstützung von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern auf der Durchreise, bei Rückführungen, Haftfällen und Krisen. Ausserdem bieten wir konsularische Dienstleistungen für ausländische Staatsangehörige an, zum Beispiel die Erteilung von Visa für die Schweiz und Dienstleistungen im Bereich Mehrwertsteuer.

Die Ständige Mission der Schweiz bei den Vereinten Nationen in New York vertritt die Interessen der Schweiz bei der UNO im Einklang mit den aussenpolitischen Zielen des Bundes.


Kurze Fotopause vor dem Schalter des Konsulats. ©EDA

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Betriebsleiter des Generalkonsulats und der Schweizer Mission in New York aus?

Ich habe keinen typischen Arbeitstag.
Gemeinsam mit dem Konsularteam sorge ich tagtäglich für die Betreuung und den Schutz unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Mit den internen Teams – Personal, Finanzen, IT und Logistik – sichere ich die Funktionalität und koordiniere die betrieblichen Abläufe der Vertretungen mit ihren rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir optimieren Prozesse und Kosten. Wir funktionieren wie ein KMU!

Auf meiner Agenda stehen regelmässige Treffen mit den Teams und unseren vielen Partnern. Mein Alltag ist zu einem grossen Teil fremdbestimmt. Ich passe meine Arbeitsorganisation an die vorhersehbaren oder unvorhersehbaren Anforderungen und Krisen an, die auftreten können. Flexibilität und Innovation sind unerlässlich, und das macht meine Arbeit sehr vielfältig und bereichernd.

Finden Sie mein Büro mitten im Zentrum von New York auf der Karte.

Gibt es besondere Herausforderungen?

Wir sind besonders wachsam, was Sicherheitsbedrohungen und mögliche Naturkatastrophen angeht. Die Aussengebiete Puerto Rico, Bermuda und die Jungferninseln sind Hurrikangebiete. In New York City kam es 2017 zu 10 sicherheitsrelevanten Vorfällen.

Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Ausnahmesituationen beizustehen. Wir versuchen herauszufinden, ob Schweizerinnen und Schweizer betroffen sind. Wir kommunizieren so zuverlässig wie möglich. Die Schwierigkeit besteht darin, Zugang zu diesen Informationen zu erhalten. Jedes Jahr sind mehr als eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs. Im Falle einer schweren Krise ist die genaue Anzahl der Touristen vor Ort nicht bekannt.

Die Adressliste und eine regelmässige Kontaktpflege – nicht nur in Krisenzeiten – sind unerlässlich. Eine gute Idee für Reisende ist die Registrierung auf der Applikation Itineris des EDA.


Zu Besuch beim New York City Police Department (NYPD) ©EDA

3 Zahlen zu meiner Tätigkeit

25'000 Zahl der Auslandschweizerinnen und -schweizer, für die unser Generalkonsulat zuständig ist. Das entspricht der Bevölkerung einer Stadt wie Zug oder Montreux. Nahezu die Hälfte davon, also 10'000 Personen, leben im Bundesstaat New York.

5000 Anzahl Visa, die pro Jahr für ausländische Touristen und Geschäftsreisende, die in die Schweiz reisen wollen, sowie für Personen, die sich in offizieller Mission ins internationale Genf begeben, ausgestellt werden.

300 Schweizer Delegierte kommen jedes Jahr nach New York, um an hochrangigen zwischenstaatlichen oder UNO-Treffen teilzunehmen. Dazu gehören Regierungsmitglieder, Vertreter von Bund und Kantonen sowie Vertreter aus Finanz- und Wirtschaftskreisen, Wissenschaft und Kultur.

Welches Wort verwenden Sie bei Ihrer Tätigkeit am häufigsten?

Innovative Lösungen: Innovation ist zentral bei meiner Arbeit. Das Team ist meine grösste Inspirationsquelle. Gemeinsam finden wir Lösungen.


Das New Yorker Team in den Büros der Schweizer UNO-Mission. ©EDA

Mit welchen Personen arbeiten Sie am häufigsten zusammen?

Verschiedene amerikanische Stellen sind für den reibungslosen Ablauf unserer Geschäftstätigkeit unerlässlich. Wir arbeiten regelmässig mit dem US-Aussenministerium, dem Büro für Auslandmissionen, der Bundesagentur für Katastrophenschutz und anderen Ministerien und halböffentlichen Einrichtungen zusammen.

Daneben treffen wir auch mit Vertretern anderer Länder, verschiedenen Dienstleistern (Banken, Hotels usw.) und Verbänden zusammen. Im Konsulatsbezirk gibt es rund 50 Schweizer Verbände und vier Delegierte der Auslandschweizer-Organisation.

Natürlich arbeite ich auch mit einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen aus dem EDA zusammen. Zum Teil handelt es sich um Mitarbeitende hier in den USA, in anderen Botschaften, Schweizer Vertretungen und Honorarkonsulaten – wir haben in unserem Konsularbezirk sechs Honorarkonsuln, zum Teil sind es Personen an der Zentrale in Bern, Mitarbeitende der politischen Abteilungen oder des Protokolls.

Die Frage zur Schweiz, die mir am häufigsten gestellt wird

Ich werde regelmässig gefragt, ob ich Heimweh habe. Darauf antworte ich jeweils: «Sie haben recht, die Schweiz ist wunderschön, und wie man in meinem Heimatkanton sagt: "A Bündner gspürt kai Schmärz, usser Haiweeh".»

Ich bin im Kanton Graubünden aufgewachsen, bin verheiratet und habe fünf Kinder. Im Sommer 2019 werde ich mein 40-jähriges Dienstjubiläum beim Bund, darunter 35 Jahre beim EDA, feiern. Ich war in verschiedenen Funktionen in der Schweiz und an neun Orten auf der ganzen Welt tätig. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit Heimweh umzugehen!

Was mache ich also, wenn mir die Schweiz fehlt? Ich bereite zu Hause mit meiner Familie ein Fondue zu.

Schweizer Gegenstände in meinem New Yorker Büro

In meinem Büro im Big Apple gibt es eine Schale mit Schweizer Schokolade, eine Victorinox-Wanduhr und eine Karte der Vereinigten Staaten mit den Dörfern, die Schweizer Namen tragen.


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