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Jul 17
12.5 Millionen Reisende – 12.5 Millionen potentielle Probleme

Limette ins kalte Corona drücken, ins türkis-blaue Meer springen, flanieren an der Riviera, die Seele baumeln und den Arbeitsalltag hinter sich lassen. 12.5 Millionen Auslandreisen unternimmt die Schweizer Bevölkerung jährlich. Doch zwischen Sandstrand und antiken Sehenswürdigkeiten lauern Unannehmlichkeiten. Passverlust, kein Geld, Wanderunfall, politische Unruhen, Hurrikane – ein Malheur passiert schnell. Bis jetzt laufen die Leitungen der Helpline EDA noch nicht heiss, doch die Schweiz packt ihre Koffer. Falls aus dem Ferientraum trotzdem ein Alptraum werden sollte, berät die Helpline EDA mit ihrem konsularischen Knowhow neben den Amtssprachen auch in Rätoromanisch, Englisch, Spanisch, Arabisch und Russisch.

Helpline EDA – Immer für Sie da

Um sieben Uhr morgens übergibt die Nachtschicht allfällige Informationen an ihre Kollegen. Es ist noch ruhig. Die Telefone klingeln sporadisch. Wenn kein Vulkan ausbricht, keine Wirbelstürme über die Karibik fegen oder die Telekommunikation in fernen Staaten nicht zusammenbricht, befassen sich die Mitarbeitenden der Helpline meist mit Anfragen zu den konsularischen Dienstleistungen. Sie beziehen sich auf die Einreise in die Schweiz, um Fragen betreffend Zivilstand, Ausweisschriften, Meldewesen etc. Doch mit Beginn der Feriensaison nimmt das Klingeln an der Effingerstrasse in Bern zu. Rund um die Uhr, sieben Tage pro Woche geduldig und lösungsorientiert arbeiten: Das ist das Kerngeschäft der Helpline EDA. Jährlich nimmt sie rund 65'000 Anfragen entgegen. In der Ferienzeit sind es vor allem Visaprobleme, verlorene oder gestohlene Pässe und Identitätskarten, die Schweizer Reisende zum Hörer greifen lassen.

Visum?

Das Telefon klingelt. Eine Mitarbeiterin nimmt den Anruf entgegen. Die Frau am anderen Ende der Leitung erkundigt sich über amerikanische Einreisebestimmungen. Die Helpline-Mitarbeiterin verweist sie freundlich an die Vertretung der USA in der Schweiz. Ein Fall, der oft vorkommt. Einreise- und Visabestimmungen werden von jedem Staat autonom erstellt. Das EDA kann in solchen Fällen keine präzise Auskunft geben. Hans Peter Heiniger, Chef der Helpline, betont die Wichtigkeit, sich vor Antritt einer Reise über die Einreisevorschriften, benötige Reisedokumente und die Visumspflicht eines Staates zu informieren. So kommt es an der Passkontrolle am Flughafen nicht zu unangenehmen Überraschungen.

Ausweis weg?


Achten Sie in grossen Menschenmengen auf Ihre Identitätspapiere und Wertsachen © Keystone

Die Schlange vor der antiken Ruine ist lang. Der Schweiss tropft den von der Hitze geplagten Touristen von der Stirn. Dann endlich an der Kasse angelangt und, oh Schreck, das Portemonnaie mit Kreditkarte, Bargeld und Ausweis ist weg. Heiniger rät: «Melden Sie sich im Fall eines Ausweisverlusts bei der lokalen Polizei und treten Sie mit Ihrer Fluggesellschaft in Kontakt. Es besteht teilweise die Möglichkeit, die Rückreise ohne Identitätsausweis anzutreten. Ist dies nicht der Fall, stellt die Botschaft oder das Konsulat vor Ort ein Ersatzreisedokument aus.»

Fieber?


Auch im Ausland ist man nicht vor Krankheit gefeit. © Steve Buissinne  

Weit gravierender ist es im Urlaub, mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Und nein, dabei sprechen wir nicht von Durchfall nach dem Genuss eines Glacés vom dubiosen Eisverkäufer. Reisende können sich, bereits bevor sie ins Flugzeug steigen, mit einer Reiseversicherung und Impfungen gegen horrende Arztkosten absichern. Infektionskrankheiten, Spitalaufenthalte oder gar Todesfälle kommen leider im Urlaub immer wieder vor. 2017 verunfallten im Ausland 50 Personen, 149 mussten infolge Krankheit ärztlich behandelt werden und 222 Schweizerinnen und Schweizer verstarben. Die Helpline berät auch in diesen Situationen.

Andere Länder, andere Sitten

Zu guter Letzt sollten sich Reisende über die geltenden Gesetze in ihrer Urlaubsdestination informieren. Nicht selten ziehen Handlungen, die in der Schweiz als Bagatellen gewertet werten, im Ausland teilweise drakonische Sanktionen nach sich. Für das Beleidigen des Königs oder den Konsum von Marihuana wandert man in Thailand hinter schwedische Gardinen. Für öffentliche Trunkenheit in Saudi-Arabien drohen Peitschenhiebe und für FKK-Baden schicken kenianische Behörden fehlbare Touristen in den Kerker. 245 Schweizerinnen und Schweizer wurden 2017 im Ausland verhaftet.

Das EDA rät, sich auf Reisen gut vorzubereiten. Die Reisehinweise und die Reiseplattform Itineris dienen dabei als nützliche Hilfsmittel.

5 Reisetipps von Hans Peter Heiniger,
Chef Helpline EDA

Erholsame oder erlebnisreiche, aber vor allem sorgenfreie Ferien wünschen sich alle. Ein paar Tipps können dazu beitragen - nach dem Motto «Plane gut. Reise gut».

  • Lesen Sie die Reisehinweise des EDA, Informieren Sie sich über die Sicherheitslage und setzen Sie sich mit der Kultur Ihres Reiseziels auseinander. Reiseführer enthalten viele interessante und nützliche Informationen.
  • Klären Sie frühzeitig ab, welche Reisedokumente Sie für Ihr Reiseziel benötigen und ob Sie für Ihr Reiseziel ein Visum benötigen. Die ausländischen Botschaften in der Schweiz geben Auskunft.
  • Kontaktieren Sie Ihre Krankenkasse, um sicherzustellen, dass Sie in Ihrem Reiseland über eine ausreichende Versicherungsdeckung verfügen. Schliessen Sie eine Reiseversicherung ab und notieren Sie sich die Notfallnummern Ihrer Versicherungen
  • Bewahren Sie Ihre Reisedokumente sicher auf und erstellen Sie von Ihrem Pass und/oder von Ihrer Identitätskarte eine Fotokopie oder ein Bild auf Ihrem Handy.
  • Registrieren Sie Ihre Reisedaten und diejenigen Ihrer Familie auf itineris, der Online Registrierung für Schweizerinnen und Schweizer auf Auslandreisen. Dies ermöglicht es im EDA, Sie in einer Krisensituation im Ausland besser lokalisieren und kontaktieren zu können.

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