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Sep 10
Pascale Baeriswyl: 15 Jahre UNO-Mitgliedschaft der Schweiz – «Ein Engagement in der UNO ist auch ein Engagement für die Ziele der Schweiz»


Vor 15 Jahren stimmte das Schweizer Volk dem UNO-Beitritt zu. Seither spielt die Schweiz eine aktive Rolle in dieser internationalen Organisation. Pascale Baeriswyl, Staatssekretärin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, wirft einen Blick zurück und erklärt die Vorteile der Schweizer UNO-Mitgliedschaft.

Aufgaben einer Staatssekretärin

Die Staatssekretärin ist die erste Ansprechpartnerin des Bundesrats für alle aussenpolitischen Fragen. Sie steuert die konzeptuelle Entwicklung, Koordination und Planung der Aussenpolitik sowie die Berichterstattung zuhanden der politischen Behörden.

Bei Bedarf vertritt die Staatssekretärin den Departementschef an Sitzungen der aussenpolitischen Kommissionen von National- und Ständerat. Ausserdem pflegt sie regelmässige Kontakte mit ihren Amtskollegen im Ausland oder in Bern.

Zu den wichtigsten Dossiers gehören die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, die Entwicklung der Beziehungen zur Europäischen Union sowie die Sicherheits- und Friedenspolitik.

Staatssekretärin Pascale Baeriswyl ist seit dem 1. Dezember 2016 im Amt.

Mehr Informationen


EDA-Dossier «15 Jahre UNO-Mitgliedschaft der Schweiz»

Charta der Vereinten Nationen


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Video-Transskript

15 Jahre UNO-Mitgliedschaft der Schweiz

Gespräch mit Pascale Baeriswyl, Staatssekretärin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten

Am 3. März 2002 hat das Schweizer Stimmvolk die Volksinitiative für den Beitritt der Schweiz zur UNO angenommen. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?

Ich erinnere mich sehr gut an diesen Moment. Ich arbeitete damals in Vietnam und spielte Saxophon in einem Jazz Club, als ich an jenem Sonntagabend vom UNO-Beitritt der Schweiz erfuhr. Ich freute mich sehr, dass es «uns endlich gelungen war, das Schweizer Volk zu überzeugen».

Welches waren Ihre Erwartungen zum Zeitpunkt des Beitritts?

Es ist nicht so, dass wir uns vor dem Beitritt nicht engagiert hätten. Wir waren in den Sonderorganisationen präsent und hatten einen Beobachterstatus. Als Mitglied können wir aber an Entscheidungen teilhaben, bei denen wir vorher nur Beobachter waren, und uns für unsere Ziele einsetzen.


Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Dank dem UNO-Beitritt konnten wir auf die Vorteile dieser Mitbestimmung in den multilateralen Gremien hinweisen. Wir können beispielsweise am Klimaübereinkommen teilhaben und fazilitieren den grössten globalen Migrationsprozess. Wir gehörten zu den Initiatoren des Menschenrechtsrats, setzen uns nach wie vor für die Reform des Sicherheitsrats ein, und wir haben bei der Wahl des jetzigen Generalsekretärs mitgewirkt. Wir konnten also zeigen, dass eine aktive UNO-Mitgliedschaft mit einem komparativen Vorteil verbunden ist und sehr gut mit unseren Grundsätzen und unserer Verfassung zusammengeht.

Welche Bedeutung hat das Schweizer Engagement in der UNO für unsere Aussenpolitik?

Mit unserem Engagement in der und für die UNO setzen wir uns auch für die Ziele der Schweiz und für unsere Verfassung ein. Wenn man die Charta liest, glaubt man fast, die aussenpolitischen Ziele der Schweiz vor sich zu haben: Wahrung von Frieden und Sicherheit, Förderung der Menschenrechte, Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung, Linderung der Armut.

Welches sind für Sie die wichtigsten Prioritäten der Schweiz für die UNO in den nächsten Jahren?

Wir orientieren uns an zwei Hauptachsen. Erstens wollen wir zur Reform der UNO beitragen, die durch die Staaten etwas bürokratisch geworden ist. Die Polarisierung der Welt schlägt sich auch in den Institutionen nieder. Deshalb wird sich die Schweiz für Reformen einsetzen. Unsere zweite Hauptachse ist die Förderung von Frieden und Sicherheit, was auch bei unserem Vorsitz in der OSZE ein Ziel war.

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